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Willkommen in der virtuellen Fotogalerie auf puszta.com!

In unserer Fotogalerie haben wir Ihnen wunderschöne Fotos rund um die Puszta zusammengestellt. Malerische Landschaften, einzigartige Naturschätze, kulturelle Werte, Tiere, Pflanzen und Menschen – tauchen Sie ein in eine faszinierende Welt!

Zoltán Kodály


Zoltán Kodály, geboren in Kecskemét, ist neben Béla Bartók die bekannteste Figur der wissenschaftlichen Erforschung und Sammlung ungarischer Volkslieder. Er ist ein weltberühmter Komponist, seine Werke wurden bereits in seinem Leben in den bekanntesten Opernhäusern – z.B. in Chicago, Amsterdam, in der Mailänder Scala – gespielt. „Musik ist Allgemeingut“ – sagte er und hielt die Musik für Ernährung, die einen befreit. Das Ziel der Musikerziehung besteht laut Kodály nicht in der Künstlerausbildung. Diese Gedanken, seine Tätigkeiten um die Reform der Musikerziehung sowie seine Musik, deren individuelle Färbung der Aufarbeitung ungarischer Volkslieder zu verdanken ist, haben ihn in der ganzen Welt bekannt gemacht. Zusammen mit Béla Bartók trug er entscheidend zur hohen Einschätzung der ungarischen Musik im 20. Jh. bei.

Der Anfang seiner Lebensbahn

Kodály entstammt einer musikliebenden Familie. Er hörte oft seine Mutter Klavier spielen. Da sein Vater als Angestellter der Staatsbahnen arbeitete, musste die Familie oft umziehen. So kamen sie nach Galánta, in ein wohlhabendes Dorf in der heutigen Slowakei, wo Kodály als Kind entscheidende Eindrücke sammelte. In diesem Dorf mit wunderschönen Naturschätzen war das Leben multikulturell: es wurden die ungarische, die slowakische und die deutsche Kultur gepflegt. Kodály lernte da nicht nur alte Volksbräuche (wie Taufe, Hochzeit, Beerdigung) kennen, sondern er hörte hier zum ersten Mal Volkslieder, gute Zigeunermusik, Verbunkos und Csárdás. Diese Musikerlebnisse gingen nicht spurlos verloren: Die Musik aus Galánta inspirierte sein beachtenswertes Orchesterwerk: die Tänze aus Galánta aus dem Jahre 1933. In seinen Schuljahren lernte er fleißig Musik: er spielte Klavier, Geige und Cello. Schon im Alter von 16 komponierte er Musik: eine Ouvertüre für das Orchester seines Gymnasiums. Neben dem Studium der ungarischen und deutschen Literatur und Sprachwissenschaft absolvierte er auch das Fach Komposition am Konservatorium in Budapest.

Das Volkslied

Kodály entschloss sich bereits während seines Studiums, seine Dissertation über die ungarische Volksmusik zu verfassen. Während er die ungarische Provinz zur Sammlung und Erforschung der heimischen Volksmusik bereiste, registrierte er große Unterschiede zwischen den originalen Liedern des Volkes und den notierten Melodien. Das Kennenlernen von Béla Vikár motivierte ihn auch noch dazu, selbst Volkslieder zu erlernen und zu notieren. Vikár, der namhafte Ethnograph, der Übersetzer von Kalevala, dem finnischen Nationalepos, sammelte ungarische Volkslieder mit einem Phonograph. Kodály begann 1905 die seit undenklichen Zeiten ausschließlich mündlich tradierten Lieder aufs Papier zu bringen, die einen wichtigen Teil des Lebens der ungarischen Bauerngesellschaft bildeten. Es ging um die pentatonischen (d.h. fünf Töne umfassenden) Melodien, die man während der Arbeit sang. Es ist Kodály und seinem Kollegen und Freund, Béla Bartók zu verdanken, dass man das ungarische folkloristische Liedgut kennt und dass die Musikerziehung ein wesentlicher Teil des schulischen Unterrichts wurde. Die Volksliedsammler-Arbeit von Kodály wurde durch den ersten Weltkrieg unterbrochen; in den Jahren des Krieges verbrach er seine Zeit mit Systematisierung der gesammelten Materialien und mit Lehren.

Seine Werke und der Weltruhm

Im Jahre 1910, als Kodály und Bartók bereits seit 5 Jahren ungarische Volkslieder sammelten und Volksmusik studierten, begann Kodály mit der Kompositionstätigkeit. In diesem Jahr entstand sein 1. Streichquartett.
Die Werke aus den 1910-er Jahren sind vor allem Kammermusikwerke (Duo für Violine und Cello, 1914; Verspätete Melodien op. 6, 1916), die vor allem von seinem eigenen Kammerorchester verbreitet und popularisiert wurden. In der Zeit der Budapester Uraufführungen kam die neue ungarische Kammermusik auch ins Ausland, wo Kodály und Bartók, die Figuren der ungewöhnlichen, fremd klingenden Musik „junge Barbaren“ genannt wurden.
Der entscheidende Durchbruch kam im Jahre 1923, als sein Werk Psalmus Hungaricus entstand, der Kodály den internationalen Ruhm brachte. In diesem Oratorium formulierte er auch ein Selbstbekenntnis, in dem sich eine ganze Nation erkennen kann. Psalmus Hungaricus beruht auf einer alten Psalmparaphrase in ungarischer Sprache aus dem 16. Jh. Es wurde in England, Deutschland und Italien aufgeführt.
1926 wurde im Budapester Opernhaus Háry János erstaufgeführt. Dieses Singspiel fand bei den Zuhörern großen Anklang, es wurde im selben Jahr zwölfmal aufgeführt.
1929-30 dirigierte Arturo Toscanini mehrere Kodály-Werke in New-York, unter anderem die Überarbeitung von Sommerabend für die New-Yorker Philharmoniker. Kodálys Name wurde auch in Los Angeles und Chicago bekannt.
1932 wurde im Opernhaus Budapest auch sein Singspiel Székely fonó (Székler Spinnstube) erstaufgeführt, das auf Volkstexten und -melodien aus Siebenbürgen basiert.
1937 komponierte Kodály im Auftrag von einem weltberühmten Dirigenten aus Holland Variationen auf das ungarische Volkslied Felszállott a páva (Der Pfau flog auf).
1941 internationaler Erfolg mit Concerto.
Die geniale Vielseitigkeit von Kodály äußert sich auch darin, dass er neben Komposition und Volksliedsammlung auch wissenschaftliche Vorträge über das Verhältnis zwischen Musik und Sprache hielt und dass er sich auch für die schulische Musikausbildung einsetzte. Der alte Kodály wurde von Yehudi Menuhin beauftragt, einen Violinwettbewerb zu komponieren. Er arbeitete bis zum Tod (6. März 1967) mit unglaublicher Energie.
Kodály hat bereits in seinem Leben unzählige Titel erworben: Mitglied der ungarischen Akademie der Wissenschaften, 1943; Präsident der ungarischen Akademie der Wissenschaften, 1946-49; Erlangung der Ehrendoktorwürde der Universitäten Budapest, Klausenburg und Oxford.

Die Kodály-Methode

Die Basis seiner musikpädagogischen Konzeption besteht darin, dass die Musikfähigkeiten des Kindes ab dem Kindergartenalter zu entwickeln sind. Die eigene Volksmusik soll nach Kodály den Ausgangspunkt für den Musikunterricht bilden, später kann das Kind auch die Musik anderer Völker kennen lernen, möglichst in der Originalsprache. Das Vom-Blatt-Singen und die Fähigkeit, Gehörtes aufschreiben zu können sollen geschult werden, sowie das Rhythmusgefühl und die Fähigkeit zum Transponieren. Zuerst müssen alle Kinder das Notenlesen beherrschen (gelehrt wird es im Solfeggio-Unterricht), bevor sie ein Instrument lernen. Die Basis des Musikunterrichts ist das Chorsingen. Zur Unterstützung der pädagogischen Arbeit verfasste Kodály die 333 Leseübungen, die Pentatonische Musik (in vier Heften) und die Bicinia Hungarica (in vier Heften). Seine Methode ist weltweit verbreitet.