Suche
Google

Konferenz für Autozulieferer in der Mercedes-Stadt Kecskemét

5. Dezember 2008


Daimler AG hält am Fahrplan für Neubau der Produktionsstätte in Ungarn fest

Über 700 Gäste waren der Einladung der ITD Ungarn zu einer Konferenz gefolgt, auf der sich potentielle Zulieferer über Möglichkeiten und Anforderungen informieren konnten, um als direkter Partner der Daimler AG oder als Subunternehmer für einen Autozulieferer zu arbeiten.

Im Frühjahr 2009 beginnt die Auswahl der Firmen, die für das gepante Werk in Kecskemét als Zulieferanten eingesetzt werden sollen. Die Daimler AG will die neue Generation der A- und B-Kompaktklasse ab 2012 hier fertigen, wie Eberhard Gloger, Senior Manager der Abteilung Einkauf und Beschaffung, ausführte. Dafür sind Investitionen von 800 Mill. € vorgesehen.

Der ungarische Minister für Wirtschaft und Entwicklung Gordon Bajnai eröffnete die Veranstaltung mit einem kurzen Diskurs zur weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, aber anstatt die momentane Unruhe noch zu schüren, rief er die Anwesenden auf, nach vorne zu schauen, neue Möglichkeiten auszumachen, neue Vorhaben zu entwickeln, neue Märkte und Ressourcen zu entdecken und sich nicht verunsichern zu lassen. Er unterstrich die Bedeutung der nationalen Autoindustrie als eine maßgebliche Wirtschaftsgröße und versicherte, dass die Regierung bereit stehe, die Zulieferer in der aktuellen Krisenzeit zu unterstützen, soweit dies notwendig sei.

Um der Industrie zu langfristigen Kooperationsmöglichkeiten zu verhelfen, bietet die Regierung Fördermittel - als Darlehen oder auch als Zuschüsse - bis zu einer Höhe von 50% der Kosten an, wenn in neue Technologien investiert werden müsse. Neben Hilfestellungen für die Zulieferer, damit diese den Erwartungen in Bezug auf Entwicklung und Innovation, Organisation und Qualitätssicherung entsprechen können, möchte die Regierung sicherstellen, dass diese Firmen ihre Belegschaften halten. Allerdings müssten auch die Zulieferer selbst sich engagieren, um auf dem Markt zu bestehen. Der Weg, dies zu erreichen, führt über die Bildung von Partnerschaften und Clustern, die sich im Gegenzug um staatliche Beihilfen bewerben können.

Eberhard Gloger, Leiter der Abteilung Strategisches Lieferantenmanagement / MFA bei der Daimler AG, präsentierte die Mercedes-Benz Frontwheel drive Architektur (MFA), die in der neuen Mercedes- Kompaktklasse aus Kecskemét ihre Verwendung finden soll, und erläuterte die besondere Rolle von Einkauf und Materialbeschaffung innerhalb der Daimler AG. Ein Schwerpunkt sei die fortlaufende Analyse der Materialströme hinsichtlich einer Optimierung des Produktionsprozesses, und E. Gloger betonte die strengen Anforderungen, die an künftige Zulieferer gestellt würden. Um einen Punkt seiner Ausführungen herauszustellen: wer sich mit dem Gedanken trage, für Daimler zu arbeiten, müsse sich frühzeitig mit der Daimler-Philosophie vertraut machen – wofür die Marke stehe, wie der Konzern operiere, welche Ziele er habe. Sei dies einmal erfolgt, könne jeder selbst erkennen, ob er für diese Aufgabe gerüstet sei. Im Falle einer positiven Einschätzung sei die ITD Ungarn die erste Anlaufstelle - die Investitions- und Wirtschaftsförderagentur der ungarischen Regierung stehe bereit, beide Seiten bei dem Bewerbungs- und Auswahlprozess zu unterstützen.

Weitere Vertreter der Autoindustrie, unter ihnen Suzuki Ungarn, GM und BMW, lieferten Informationen über die jeweiligen Voraussetzungen, die potentielle Zulieferer erfüllen müssten, und in einer geschlossenen Veranstaltung am Nachmittag, zu der Medienvertreter keinen Zutritt hatten, schilderten derzeit tätige Zulieferfirmen ihre Erfahrungen aus der Arbeit für die europäische Autoindustrie.

Wie László Süveges-Szabó, Leiter der Abteilung Wirtschaftsentwicklung bei der ITD Ungarn, erläuterte, ist die Konferenz der Autozulieferer in Kecskemét der erste Schritt in einem Prozess, dessen Vorbereitung und Entwicklung sich über mehrere Jahre erstreckt. Das Förderprogramm für Fahrzeugzulieferer der ITD Ungarn hilft künftigen Zulieferern, ihre Geschäftsbereiche in Ungarn aufzubauen und Partner der Automobilhersteller zu werden.

Ein breiter Weg ist angelegt worden bei der Kecskeméter Konferenz, und diejenigen, die in der Lage und bereit sind, über die aktuelle Krise hinaus zu schauen und zu planen, sind herzlich eingeladen, sich zusammenzuschließen, Interessenverbände und Netzwerke zu gründen, Informationen auszutauschen und Kräfte zu sammeln, um gemeinsam auf dem Markt zu bestehen. Auch mit weiteren Konferenzen dieser Art ist zu rechnen. Gábor Zombor, Bürgermeister von Kecskemét, äußerte seine Hoffnung, in naher Zukunft viele Kecskeméter Niederlassungen und zahlreiche ungarische Unternehmen in diesem Kreis aus Zuverlässigkeit, Erfolg und Vertrauen begrüßen zu dürfen.


Nützliche Links:

ITD Hungary